Werner Horvath:

Für eine bessere Zukunft - Bilder zur NS-Vergangenheitsaufarbeitung


Werner Horvath: "Folgt dem Führer!" (links) und "Betrogene Jugend" (rechts). Beide Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, 1995.

Der Fanatismus eines Einzelnen hat die Welt verändert, weil zu viele - manche von ihnen obwohl sie eigentlich sehen hätten können - dem blinden Führer folgten (links). Betrogen wurde vor allem die Jugend - um ihre besten Jahre, um ihre freien Gedanken und letztlich oft auch noch um ihr Leben (rechts).

Werner Horvath: "Der Fanatiker" (links) und "Solingen" (rechts). Beide Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, 1993.

Wie gefährlich das Mittel der Volksverhetzung durch Fanatismus ist, soll das linke Bild ausdrücken (die Folgen sind allgemein bekannt). Dass die Ausläufer der Bewegung aber auch noch in der Gegenwart zu Gewalt, Terror, Tod und Leid führen würden, ist vielen erst nach den Ereignissen von Solingen bewusst geworden (rechts).

Werner Horvath: "Monster-Pflanzen: SS-Arzt Josef Mengele". Öl auf Leinwand, 50 x 50 cm, 2004.

Dieses Bild wird heuer offizielles Plakat der jährlichen "Holocaust Memorial Lecture" der "Washington University School of Medicine" in St.Louis, Missouri, sein. Diese Veranstaltung wurde vor 25 Jahren initiiert, um die akademische medizinische Gemeinschaft daran zu erinnern, welche Rolle auch Ärzte in den Ereignissen von 1933 bis 1945 spielten, wodurch die Vernichtung von Behinderten, Roma und Juden in Europa ermöglicht wurde.    

Werner Horvath: "Anne Frank". Öl auf Leinwand, 70 x 50 cm, 2007.

Nach dem Täter ein Bild eines Opfers des Nationalsozialismus: Anne Frank. Das Mädchen wird ganz aus Blumen geformt, doch die Monster langen schon nach ihr. Im eigenen Land die Symbole des Nationalsozialismus - und die ersehnte Freiheit liegt unerreichbar auf der anderen Seite des Ozeans. Im Tagebuch zeichnet sich die schreckliche Zukunft des kleinen Mädchens ab. Ein berührendes Bild, das den ganzen Wahnsinn dieser Zeit aufzeigt.

Dr. Batya Brutin, Director of the Shoah Studies Program at Beit Berl Academic College in Israel, über dieses Bild: "Werner Horvath uses the famous photograph of Anne Frank reading a book as a symbol of the tight relationship between Anne and her diary. In his painting Anne's image emerges from a colorful surrealistic landscape while the book describes black and white bold, naked and emaciated children's figures. As a result, Anne Frank becomes the symbol for all the innocent children murdered in the Holocaust."

Im Jahr 2009 wird Linz in Österreich zur Kulturhauptstadt Europas. Die Stadt - einst Patenstadt des Führers - hat eine bewegte Geschichte hinter sich, welche ebenfalls einer intensiven Aufarbeitung bedarf. Das Bild "Linz - Kulturhauptstadt Europas 2009", Öl auf Leinwand, 2 x 2m groß, ist ein solcher Versuch. Es ist sozusagen in mehreren Schichten aufgebaut: zunächst einer oberen (rosigen), welche das heutige gängige Linz-Bild repräsentiert, mit Hauptplatz und Dreifaltigkeitssäule, sowie mit Pöstlingberg inklusive Zwerg und Froschkönig. Aber da sind auch noch die anderen Schichten, die der Geschichte, die des Unterbewussten und oft Verdrängten - und auf diesen erkennt man, wie "der Führer" in der "Jugendstadt" willkommen geheißen wurde, wie er sich selbst darstellte und was die Folgen davon waren: der Brand der Synagoge etwa, die reaktionären architektonischen bzw. bildnerischen Vorstellungen bis hin zu den uns allen bekannten schrecklichen Folgen des Krieges.
Das Bild mit Erklärungen als HTML-File.

Das Bild "Die dunkle Seite des Wagner-Jauregg" gehört eigentlich auch diesem Themenkreis der Vergangenheitsbewältigung an. Gleichwohl wäre es unfair, das Bild Jaureggs neben Hitler und Mengele darzustellen, obwohl auch das Gedankengut des Nobelpreisträgers einer Aufarbeitung bedarf.


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